Spiele der Macht: Alpha oder Omega

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Spiele der Macht: Alpha oder Omega

Macht gewinnen oder machtlos sein und bleiben? In der Offenbarung des Johannes bezeichnet sich Christus als das Alpha und das Omega, als den Anfang und das Ende. Heute kennen wir die Begriffe Alpha und Omega primär aus der Teamführung als ein Produkt gruppendynamischer Prozesse.

In jedem Team gibt es einen Alpha und einen Omega. Einen Anführer und sein Gegenstück. Jeder spielt seine Rolle entsprechend seiner Position. Der Begriff Position innerhalb der Gruppendynamik stammt von österreichischen Psychiater und Therapeuten Raul Schindler, der 2014 verstarb. Er beschreibt, wie sich Menschen innerhalb von Gruppen zueinander verhalten, sei es in privaten Beziehungen oder im Job.

Gruppendynamik bezeichnet Phänomene, die im Zusammenleben und im Arbeiten von Menschen immer wieder auftreten. Es gibt also Gesetzmäßigkeiten. Und auch für Dich gilt, Du hast eine bestimmte Position in Deinen privaten und beruflichen Gruppen. Du spielst eine ganz bestimmte und festgelegte Rolle. Wenn Du Dir darüber im Klaren bist, kannst Du gezielter agieren. In diesem Impuls-Beitrag will ich mich auf zwei typische Vertreter konzentrieren, den Alpha und den Omega.

Wir bewundern die sogenannten Alpha-Tiere. Der Alpha ist toll, stark und begehrenswert. Er gibt den Ton an. Er setzt die Ziele und sorgt dafür, dass der Rest der Gruppe funktioniert und das tut, was getan werden muss. Er bekommt im Tierreich die tollsten Weibchen und alle anderen müssen sich an ihm messen.

Dass in Wolfsrudeln der Alpha meistens weiblich ist, sei einmal augenzwinkernd erwähnt. Wahre Führung hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Persönlichkeit.

Und dann gibt es noch den sogenannten Omega. Im Tierreich bezeichnet man so das rangniedrigste Individuum. In er Gruppendynamik handelt es sich hingegen beim Omega um den Gegenpol zum dominanten Anführer. Sein Verhalten äußert sich im offenen oder verdeckten Widerstand gegen die Ziele des Alphas. Oft wird dieses Verhalten als Störfaktor gesehen. In der Realität ist es aber ein wichtiges Korrektiv, ein Sicherung von Qualität, das Hinterfragen der vorherrschenden Meinung.

Der Omega macht den Blick frei für eine andere Sicht der Dinge und sorgt so für ein Plus an Qualität. Der Omega zeigt Defizite und Fehlentwicklungen auf. Und das ist unverzichtbar.

Sägt also der Omega bildlich gesprochen am Stuhl des Alphas? Soll vorkommen, ist aber nicht seine eigentliche Aufgabe. Ich werde von vielen Klienten, Freunden, Kollegen als sehr dominant wahrgenommen. Ein echter Alpha? Ich sehe mich selbst eher als Omega im faustischen Sinn. Ich bin der Geist, der stets verneint. Mephisto ist der Antagonist zu Faust. Der, der ihn antreibt, positiv manipuliert und fordert und der seiner eigenen Aussage nach „ein Teil der Kraft ist, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Besser kann man es nicht ausdrücken.

Wenn ich eine Methode gerade im Coaching präferiere, dann ist es eine sehr alte Methode, die sich in verschiedensten Formen durch die Geistesgeschichte von Sokrates/Platon über Kierkegaard, Lessing, Kant bis in die Neuzeit zieht – die sogenannte „Sokratische Methode“ oder auch „Maieutik = Hebammenkunst“ genannt. Der Begriff bezeichnet ein auf den griechischen Philosophen Sokrates zurückgeführtes Vorgehen. Sokrates, dessen Mutter eine Maia = Hebamme war, soll seine Gesprächstechnik mit der Geburtshilfe verglichen haben. Gemeint ist, dass man einer Person zu einer Erkenntnis verhilft, indem man sie durch geeignete Fragen dazu veranlasst, den betreffenden Sachverhalt selbst herauszufinden. So wird die Einsicht mit Hilfe der Hebamme – des Lernhelfers – geboren. Der Lernende ist der Gebärende. Würzt man das dann mit der Aristotelischen Dialektik und Logik sowie mit der auf Hegels basierenden Widerspruchstheorie und Dialektik (u.a. konvergent zum Yin und Yang der klassischen chinesischen Philosophie), ergibt das einen sehr wirkungsvollen Ansatz mit Sprengstoff-Charakter. Dieser Ansatz macht Probleme bewusst, hilft beim Aufdecken von Ursachen = Gründen und erzeugt Chancen und Möglichkeiten für sinnvolle Lösungen und neue Positionierungen. Coaching ist zielorientierte angewandte Philosophie für die tägliche Praxis im privaten und beruflichen Umfeld.

Die Geburtshilfe, die Sokrates leistet, besteht in der Technik des zielführenden Fragens. Mit ihr bringt er seine Gesprächspartner dazu, vorhandene festgefahrene Vorstellungen zu durchschauen und aufzugeben. Das führt oft dazu, dass sie in eine Ratlosigkeit = Aporie geraten. Im weiteren Verlauf des Gesprächs kommen sie aber auf neue Gedanken. Diese werden wiederum mittels der Fragetechnik auf ihre Stimmigkeit überprüft. Schließlich gelingt es dem maieutisch Befragten, entweder den tatsächlichen Sachverhalt selbst zu entdecken oder sich zumindest der Wahrheit anzunähern. Diese Hilfe beim Suchen und Finden von Erkenntnissen, wobei auf Belehrung konsequent verzichtet wird, erscheint in Platons Darstellung als spezifisch sokratische Alternative zur konventionellen Wissensvermittlung durch Weiterreichen und Einüben von Lehrstoff. Als Coach agiere ich als erfahrener Sparringspartner, als kritischer Hinterfrager und zielorientierter Impulsgeber mit praktischer Umsetzung. Also ein echter und überzeugter Omega.

Es ist egal ob Du Alpha oder Omega bist. Es ist egal ob Du die Nummer Eins bist, oder unter ferner Liefen rangierst. Wichtig ist, dass Du dafür sorgst, dass stets das Gute geschaffen wird. Und das mit all Deiner Kraft und Deinem ganzen Engagement.

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